Übergabe des Schecks mit Frau Wenze und Deborah Helmbold, beide sitzen nebeneinander am Tisch, im Hintergrund Kinder

Zukunft mit "Kinderträume" – Eine Stiftung der ETL-Gruppe

SCHECKÜBERGABE MIT „KINDERTRÄUME“ – EINE STIFTUNG DER ETL-GRUPPE

Am 13. Januar 2023 fand die Scheckübergabe von „Kinderträume“, eine Stiftung der ETL-Gruppe statt. Zu diesem Anlass kam Frau Wernze in Begleitung der ehemaligen „Wissen macht Ah!“-Moderatorin Shary Reeves zu einer unserer Kindergruppen im Wohnheim für Geflüchtete.
Dort haben die Besucher:innen einen Eindruck in unsere Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen erhalten und konnten zwei Trainer:innen sowie die pädagogische Koordinatorin Deborah Helmbold persönlich kennenlernen.

Ein Spendenscheck für Zukunftschancen

Der 10.000 €-Scheck unterstützt unsere Gruppenangebote für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrungen, die wir in verschiedenen Wohnheimen betreuen.
In den Gruppen heißt es: Ankommen, Vertrauen aufbauen, Freundschaften knüpfen. Hier ist viel Feingefühl von Seiten der Pädagoginnen und Pädagogen gefordert – denn viele Kinder leiden noch unter den erlittenen Traumata. Unsere Mitarbeiter:innen sind dafür speziell weitergebildet. In den Gruppen wird gebastelt, gemalt, gespielt, gesprochen, gelacht und zugehört.

Das Wichtigste der traumasensiblen Gruppenarbeit

ETL Spendenscheck KinderträumeMit dem großen Scheck kommen wir unseren Zielen ein großes Stück näher. Damit können wir gewährleisten, dass die Trainings regelmäßig, über einen längeren Zeitraum stattfinden und den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden.
Die Kinder sollen sichere Orte und schöne Stunden verlässlich erleben können. Sie lernen wieder neu, Vertrauen in zunächst fremde Menschen aufzubauen. Die Entwicklung eines positiven Selbstkonzeptes nach einer traumatischen Erfahrung steht besonders im Fokus. Die Kinder werden in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt, auf ihre inneren Bedürfnisse zu hören und ihre Emotionen bewusst wahrzunehmen und zu steuern. Sie sollen gestärkt und resilienter werden. Neben dem Selbst spielt auch die soziale Gruppe eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der Kinder. Neue Kontakte, schöne Erlebnisse und Erfahrungen in der Gruppe, ein Gemeinschaftsgefühl und die Bewusstwerdung der eigenen Rolle innerhalb der Gruppe.
Auch Ausflüge, die Erkundung der neuen Umgebung, spielerisches Erlernen der Sprache sowie Freude an freizeitpädagogischen Programmpunkten stärken die Kinder in ihrem Aufwachsen in Köln.

Logo der Deutschen Stiftung für Engagement und EhrenamtWir sagen DANKE, auch im Namen der Kinder, die an den traumasensiblen Gruppenangeboten teilnehmen, und freuen uns über die Möglichkeit, Kindern in Köln Zukunftschancen zu eröffnen und sie bei ihrem Ankommen unterstützen zu können. Das wäre ohne Fördermittelgeber, wie „Kinderträume“- eine Stiftung der ETL-Gruppe, nicht möglich!

Text: Maike Merrem


Kuscheltier in Form eines Schafes schaut blickt aus dem Griff eines Sportgeräts hinaus, am rechten Bildrand ist ein Korb mit Bällen zu sehen

Besuch beim Sozialtraining der "Coolen Pänz"

BESUCH BEIM SOZIALTRAINING DER „COOLEN PÄNZ“

Sozialtrainer Ralf HilfstellungSamstagvormittag in der Turnhalle einer Grundschule. Ausgelassen rennen, springen, toben die 8 bis 12-Jährigen umher. Ralf, einer der Trainer, erklärt: „Wir lassen die Kinder sich erstmal etwas abreagieren. Außerdem kann man so beobachten, wie sie gerade drauf sind. Ob sich zum Beispiel jemand alle Bälle nimmt oder ein wenig aggressiv ist …“ Dann finden sich alle in einem Kreis zusammen – zum Begrüßungsritual. Zunächst wird allerdings demokratisch entschieden, ob ich als Gast dabeibleiben darf. Ich erzähle den 10 Kindern und zwei Trainer:innen in der Runde, was ich eigentlich mache. Ich sage, dass ich für FAIR.STÄRKEN arbeite und mit Menschen spreche, damit sie uns Geld für unsere Arbeit und solche tollen Trainings geben. Damit ich das auch gut machen kann, möchte ich es selbst einmal erleben und sehen, was hier passiert. Ich darf bleiben.

„Mir geht es gut, weil ich hier sein kann.“

Sozialtrainerin AlineAline, die zweite Trainerin, holt Frau Jansen dazu. Frau Jansen ist ein kleines weißes Schaf, das als „Redestock“ von einem zum anderen durch den Kreis gereicht wird. Jedes Kind, das Frau Jansen in der Hand hält, darf sprechen und erzählen, wie es ihm heute geht. „Mir geht es gut, weil ich hier sein darf.“, ist ein häufiger Satz. Tatsächlich scheinen die Kinder dieses samstägliche Beisammensein zu genießen. „Ich bin traurig, weil mein McDonalds-Glas kaputtgegangen ist, das war von 2017.“ Und weiter erzählen die Kinder in die Runde, was sie in der Woche beschäftigt hat. Dabei wird darauf geachtet, dass alle ausreden können und niemand unterbrochen wird. Auch Fragen werden interessiert gestellt.

Nun wird es wieder aktiv. Ein Spiel wird erklärt und Mannschaften gebildet. Ausgelassen und voller Enthusiasmus rennen die Kinder in alle Richtungen, sammeln die Hütchen von der gegnerischen Seite ein und schaffen es mehr oder weniger erfolgreich, sie auf die eigene Seite zu bringen. Dabei wird Fairness großgeschrieben. Das Spiel ist vorbei, alle lassen sich völlig kaputt fallen und relaxen.

Zwischen Austoben und Aussprechen

Beim Sozialtraining mit FairtstärkenEs kommt zum entspannten Teil: Aline versammelt die Kinder wieder im Kreis. Auf dem Rücken liegend sollen sie zur Ruhe kommen. Meditation ist angesagt. „Stellt euch vor, ihr liegt am Strand.“ Leises Wellenrauschen ertönt aus ihrem Handy, um die Vorstellung perfekt zu machen. „Und nun stellt euch vor, ihr habt einen Ballon, in den ihr alle eure Sorgen hineinpacken könnt. Packt alles hinein, was euch belastet.“ erzählt sie weiter. „Meiner ist schon voll, da geht nichts mehr rein.“ Hört man eine leise Stimme aus dem Kreis.“ Ich muss etwas schlucken und habe einen Kloß im Hals. „Ich habe einen Heißluftballon, da passt ne Menge rein.“ Ertönt es von der anderen Seite des Kreises. Lachen. „Was hast du denn in deinen Ballon gepackt, will Aline von einem der Mädchen wissen. „Gestern gab es einen Streit zu Hause, den fand ich nicht schön, und der ist jetzt in meinem Ballon.“

Meditation im SozialtrainingEin zweites Spiel wird vorbereitet, die Regeln erklärt. Wieder schallt Kinderlachen und Gekreische durch die Halle. Bunte Bälle sausen mir um die Ohren. Fix und fertig, aber glücklich sitzen die Kinder im Abschlusskreis wieder zusammen und sollen erzählen, was ihnen heute gefallen hat und was nicht so. „Ist das Training denn schon wieder vorbei?“, hört man einen der Jungen, der noch völlig aus der Puste ist, rufen. Die Zeit geht schnell rum, wenn man Spaß hat und sich austoben und einfach mal alles vergessen kann.

Die „Coolen Pänz“ vergessen Niemanden

Ich hatte zwei Tüten Kekse mitgebracht, als kleinen Einstand. Ich reiche sie links und rechts von mir in die Runde. Jedes Kind darf sich jeweils einen Keks herausnehmen. Alle greifen vorsichtig in die Tüten. „Da ist aber noch jemand, der noch keinen Keks bekommen hat.“ ruft ein aufmerksamer kleiner Beobachter in die Runde … Dankbar und gerührt darf auch ich mir meinen Anteil aus der knisternden Verpackung nehmen. Hier wird tatsächlich niemand vergessen.

Informationen zu den Sozialtrainings

Die „Coolen Pänz“ sind ein Projekt von FAIR.STÄRKEN, das zu den Sozialkompetenztrainings des Vereins gehört. Diese Trainingsangebote werden von je zwei speziell geschulten pädagogischen Fachkräften in Turnhallen von Schulen durchgeführt und finden jeweils einmal pro Woche für zwei Stunden, oftmals über mehrere Jahre, statt. Diese Regelmäßigkeit schafft bei den Kindern Sicherheit und baut Vertrauen in die Trainer:innen und das Projekt auf – die Kinder können sich hier auf etwas und Jemanden verlassen. Beim Training selbst stehen die Förderung von Selbstwirksamkeit, Selbstvertrauen und Selbstsicherheit sowie die Verbesserung der Kompetenzen zur Selbsteinschätzung und Selbstreflexion im Vordergrund. Die Kinder verbessern ihre Kommunikationsfähigkeit, lernen Team- und Kooperationsbereitschaft. Durch die Spiele und die Gesprächsrunden wird das Wir-Gefühl durch gemeinsame Gruppenerlebnisse gestärkt. Das Einüben von neuen Verhaltensstrategien fällt den Kindern und Jugendlichen innerhalb ihrer vertrauten Gruppe leichter.

Fotos/Text: Claudia Heinrich (Neu im Team von FAIR.STÄRKEN)Portrait Claudia Heinrich Team Member


Fußballer Suheyel Najar lacht freundlich im Interview mit Fair.Stärken

Suheyel Najar im Interview mit FAIR.STÄRKEN

SUHEYEL NAJAR IM INTERVIEW MIT FAIR.STÄRKEN

Suheyel Najar Ist in Deutschland geboren und in Köln-Ostheim aufgewachsen, seine Eltern kommen aus Tunesien. Aber alle nennen ihn nur „Su“. Er ist einer von vielen Jugendlichen, die bei FAIR.STÄRKEN über mehrere Jahre an Sozialtrainings teilgenommen haben. Mittlerweile ist der 26-jährige erfolgreicher Fußballspieler bei Fortuna Köln, hat eine eigene Familie und ist glücklich. Wir trafen ihn zu einem Interview und wollten wissen, was ihm das Training bei uns gebracht hat, und an was er sich gern zurückerinnert.

Sachen, die man auf der Straße nicht lernt

Suheyel Najar im Interview mit Fairstärken„Andy (einer der Trainer) ist mir besonders in Erinnerung geblieben, weil er der ausschlaggebende Punkt war, warum wir teilgenommen haben. In Brennpunkten sind ja viele Gruppen unterwegs, viele bieten ausschließlich Fußball an. Und er hat es praktisch möglich gemacht, dass wir eine Halle hatten, wo wir uns mittwochs 16 Uhr getroffen haben. Und da haben wir nicht nur Fußball gespielt, sondern auch andere Spiele, die andere Attribute gefördert haben, wie Kommunikation, wie Empathie, wie Selbstverständnis, Selbstbewusstsein, Selbstbeteiligung. Das sind alles Sachen, die es auf der Straße, im normalen Umgang so nicht gibt, nichts, was man dort lernt. Von daher hat er uns so einen Rahmen geschaffen.“ Er lächelt. „Ich erinner mich an Andy, weil er das in die Hand genommen und die Truppe beisammengehalten hat. Das war sehr schön, weil es auch regelmäßig stattgefunden hat.“

PowerKids – Sozialtraining mit qualifizierten Trainer:innen

Mit 12 kam Suheyel in die Gruppe PowerKids zusammen mit einigen seiner Cousins. „Man ist da so automatisch reingerutscht. Ich war jetzt in keinem Loch oder so. Man war halt beschäftigt, und die Eltern wussten, man ist da gut aufgehoben. Da sind ausgebildete Trainer, die sich um die Kinder kümmern.“

Was war denn das Besondere an dem Training bei FAIR.STÄRKEN: „dass man eine Halle hatte für sich und Mitbestimmungsrecht. Wir hatten einen gewissen Freiraum, wo wir mitentscheiden durften, was wir heute machen.“ Allerdings wurde darauf geachtet, dass nicht nur Fußball gespielt wurde. „Fußball war die Kirsche auf der Sahnetorte“ lacht der sympathische junge Mann. „Wenn wir uns gut benommen haben, wenn alles geklappt hat, dann durften wir am Ende 10-15 Minuten Fußball spielen.“

Zu den verschiedenen Aktivitäten gehört auch ein Stuhlkreis, wo die Jugendlichen über verschiedene Themen reden können, auch Selbstreflexion. „Normalerweise spielten wir Fußball und gingen dann nach Hause und dachten nicht groß über das Leben nach. Unser Trainer hat es geschafft, uns aus dem Alltag rauszuziehen und gesagt, es gibt neben dem Fußball oder der Schule auch noch andere Dinge, über die man sich Gedanken machen sollte: Wofür interessier ich mich? Wofür stehe ich? … Fand ich cool.“

Gruppenaktivitäten als Ersatz zum Abhängen

Suheyel Najar im Interview mit FairstärkenUnd, hat ihm das Training mit FAIR.STÄRKEN in seinem Leben weitergeholfen: „Auf jeden Fall!“ berichtet er stolz, „Es kommt darauf an, in welchem Viertel du aufwächst. In Brennpunkten zum Beispiel ist es oft so, dass man Kriminalität vor den Augen hat, dass man die Dinge sieht, die man eigentlich als Kind nicht sehen sollte. Dass man das alles mitbekommt“ Su wird ernst. „Und wenn man davon weggehalten wird, zum Beispiel durch solche Gruppenaktivitäten, ist das schon sehr wichtig. Es ist ein wichtiger Ersatz.“ Einige seiner Freunde haben trotz aller Umstände einen guten Schulabschluss gemacht und einen guten Job gefunden und andere wiederum gehen von Knast zu Knast.

Projekte sind wichtig und halten von falschem Einfluss ab

„Es kommt darauf an, mit wem du zusammen bist, und was die Eltern dann auch zulassen … Meine waren sehr streng.“ Rückblickend sieht er, dass es ihm geholfen hat, auch wenn er es damals natürlich nicht so cool fand. Gerade auch bei einem starken Gruppenzwang und dem Wunsch, dazuzugehören, kann es schnell in die falsche Richtung gehen, weshalb es wichtig ist, „dass es Projekte, wie bei FAIR.STÄRKEN gibt.“

Mittlerweile ist Suheyel erfolgreicher Fußballspieler. Er hat es geschafft, aus eigener Kraft, seinen Lebensweg zu bestimmen. Heute ist er dankbar, dass alles gut läuft und bleibt dabei bescheiden und bodenständig. „Ich bin verheiratet, hab eine Wohnung, ein Dach übern Kopf, warmes Wasser, warmes Bett … was vielleicht die Menschen auf anderen Kontinenten nicht haben.“ Natürlich ist er auch dankbar für das gottgegebene Talent als Fußballer.

„Haltet euch an Menschen, die euch weiterbringen!“

Doch, was kann er anderen Kinder und Jugendlichen mit auf den Weg geben. „Es ist wichtig, dass man sich an Prinzipien hält und an Menschen, die dich weiterbringen im Leben. Und sich nicht irgendwo dranhängen, nur um cool zu sein. Man muss sich schon die richtigen Freunde aussuchen. Dass diejenigen, die in der Klasse am lautesten sind, nur cool sein wollen, und dass man nicht auf den Zug aufspringen soll. Ich kanns euch jetzt sagen, ich bin 26. Das ist nicht cool. Wenn man auf der Straße etwas mitmacht, nur um dazuzugehören, obwohl man weiß, dass es falsch ist.“ Und er ergänzt: „Diese Leute sollten mit dir abhängen wollen und nicht andersrum!“

Suheyels Tipps:

  1. „Nicht auf einer Welle mitreiten und irgendwelchen ‚Alphatieren‘ hinterherlaufen, nur um dazuzugehören. Man soll seine eigenen Prinzipien haben und denen treu bleiben. Ein Appell an die Eltern: die Kinder nicht alles machen lassen, worauf sie Bock haben.“
  2. „In der Schule anstrengen! Schule ist sehr wichtig und der Grundstein für Studium und Ausbildung. Wenn man das verschläft, hat man einfach weniger Chancen. Wenn du Gas gibst in der Schule oder auch im Studium hast du später deine Ruhe. Und du musst keine Jobs machen, wozu du keine Lust hast. Wenn man sich anstrengt, stehen einem alle Wege offen.“

Allein vom Fußball kann Suheyle noch nicht leben. Er arbeitet beim JobCenter in Köln. So kennt er sich auch aus, was verschiedene Berufe und Gehälter angeht. Er lobt die Menschen, die in der „Sozialen Schiene unterwegs“ sind. „Ich glaube nicht, dass Andy damals so viel verdient hat, Ich meine, der hat das mit Herz gemacht, er wollte den Kindern was mitgeben.“

Mit Sicherheit. Wie Andy damals, sind unsere Trainer:innen auch heute mit Herzblut bei der Sache. Sie wissen, wie viel Einfluss sie auf die Zukunft der Kinder und Jugendlichen haben. Mit Leidenschaft und pädagogischem Geschick stellen sie die Weichen für ein glückliches und selbstbestimmtes Leben. „Man merkt auch bei allen, die an diesen Projekten teilgenommen haben, die haben immer irgendwas erreicht, die haben auf jeden Fall was mitgenommen. Wenn du 4-5 Jahre in einer Gruppe bist, dann merkst du bei deinem Nebenmann auch schneller, wenn der irgendwas hat. Wenn man nicht angebunden ist und für sich selbst oder mit irgendwelchen Freunden in den Tag hineinlebt, dann kann man sehr schnell abrutschen, so dass man kriminell wird.“

Wir freuen uns, dass Suheyel sein Leben gemeistert hat, und sind auch ein wenig stolz, möglicherweise als Verein ein kleines Bisschen dazu beigetragen zu haben. Wir wünschen ihm und seiner Familie eine schöne Zukunft. Vielleicht demnächst ja als Fußballspieler in der Deutschen Nationalmannschaft.

Interview: Maike Merrem; Text: Claudia Heinrich

Das ganze Interview findet ihr auf unserem YouTube-Kanal

 

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

Update: Das Interview mit Suheyel Najar fand im März 2022 statt. Mittlerweise ist der Kicker 27 und als Stürmer beim SV Wehen Wiesbaden unter Vertrag.


Selfie von Theaterpädagogin Ursula und einem indigenen Oberhaupt

Ursulas Reise in ihre Heimat Brasilien

FAIR.STÄRKEN-MITARBEITERIN URSULA REIST IN IHRE HEIMAT BRASILIEN

Für diejenigen, die ihre Heimat verlassen haben und sich in einer anderen Kultur ihr Zuhause aufgebaut haben, wird früher oder später dieses Thema auftauchen, wie und wo bin ich zugehörig? Wo ist mein Zuhause? Ich lebe seit 30 Jahren in Deutschland und fühle mich hier beheimatet.

In den letzten Jahren sind diese Fragen mehr in Vordergrund gerückt. Der Grund dafür liegt auch in meiner Arbeit bei FAIR.STÄRKEN. Ich arbeite mit Menschen aus verschiedenen Kulturen und Ländern. Ein Teil meines Jobs ist es, sie zu begleiten bei der Integration hier in Deutschland, ihrer neuen Heimat. Bei vielen Gesprächen kam immer wieder die Auseinandersetzung über Werte, Glaube, Leistung, soziale Bindung, also Identität und Zugehörigkeit im Rahmen der kulturellen Diversität, in der wir uns befinden, auf.

Auch ich spürte häufig den Drang, diesen Fragen persönlich nachzugehen.. So entschloss mich, in meine Heimat Brasilien – ein Traumland, beliebtes Urlaubsziel, Samba & Karneval, Strand & Copacabana, auch viel Armut und Reichtum an Natur und Kulturen – zu reisen. Zum ersten Mal war ich für länger als ein paar Wochen in den Ferien. Dieses Mal wollte ich keinen Urlaub machen, sondern einem Gefühl der Zugehörigkeit nachgehen.

Wo sind meine Wurzeln?

Es waren 270 Tage voller Freude! Ich bin viel bei meiner Familie geblieben, habe viel Zeit mit meiner Mutter verbracht, alte Familiengeschichten gehört und neue kennengelernt. Ich war auf der Spur der Vergangenheit und habe mein Ahnenerbe nachgefolgt. Meine Familie kommt aus Portugal, Irland und aus Afrika. Zu meiner Enttäuschung konnte ich nicht feststellen, ob meine Oma von väterlicherseits doch indigener Abstammung ist. Sie könnte vom Volk der Puris sein. Allerdings ist zurzeit eine Forschung sehr schwierig, da das Volk seit den 1930er Jahren zum Teil ausgestorben und / oder zu weißen, katholischen, portugiesischen Menschen erklärt worden ist. Leider fehlt mir die Zeit für intensivere Nachforschungen.

Wahrscheinlich werde ich nie erfahren, ob ich indigener Abstammung bin. Das hat mich dazu geleitet, mehr über die indigene Kultur in Brasilien wissen zu wollen. So lernte ich ein spirituelles Oberhaupt des Volkes Yawanawá kennen und bin nach Acre, im Norden Brasiliens, geflogen, in sein Dorf am Rand des Flusses Gregório. Es waren 4,5 Stunden mit dem Flugzeug, 8 Stunden Autofahrt bis zum Fluss und dann noch 5 Stunden Motorboot, bis ich in dem Dorf Mushuinú eintraf.

Ein Gefühl von Heimat und Zugehörigkeit

Ich blieb 7 Wochen mitten im Urwald. Die Menschen waren sehr offen zu mir, und ich konnte einen Einblick in deren Alltag bekommen.

Die Yawanawá leben im direkten Kontakt mit der rauen Natur, und deren Existenz hängt unmittelbar mit ihr zusammen. Ich habe ihre Bräuche kennengelernt, viel über ihre Geschichte und ihre Legenden gehört. So lernte ich ihre Sicht der Welt kennen, und was der Urwald für sie bedeutet.

Diese Erfahrung hat mich tief beeindruckt. Und alles, was ich dort erlebt und gelernt habe, wird für den Rest meines Lebens erhalten bleiben. Dort habe ich das Gefühl von Heimat und Zugehörigkeit erfahren, denn die Natur ist unser Zuhause und sie umgibt uns, wir sind ein Teil von ihr. Wir werden auf die Erde geboren und kommen von hier. Ohne die Natur gäbe es nichts, auch das, was die Menschheit hervorgebracht hat. Wenn wir nicht in Einklang mit der Mutter Erde leben, sind wir nirgendwo beheimatet.

Also für mich ist klar, meine Heimat ist da, wo ich mich befinde. Die Erde ist mein Zuhause, und die Natur ist meine Identität geworden, da ich ein Teil von IHR bin.

 


Nach dem Urwald bin ich in die Berge gefahren, um von dort oben einen weiteren Blick zu haben!


 

Du willst unser Team kennenlernen? Dann schau dich doch mal hier um.

Gerne darfst du unsere Arbeit auch unterstützen 🙂


Mädchen hält Teddy in Arm und schaut traurig

Ukraine: Hilfe für geflüchtete Kinder und Jugendliche in Köln

GEMEINSAM FÜR GEFLÜCHTETE KINDER AUS DER UKRAINE

💙💛

Wir sind bereit! Täglich kommen neue Kinder und Jugendliche aus der Ukraine an, die unsere schnelle und bedarfsorientierte Unterstützung benötigen!

Gruppenarbeit für traumatisierte Kinder und Jugendliche

FAIR.STÄRKEN e.V. führt mit geschulten Pädagog:innen traumasensible Gruppenarbeit für Kinder und Jugendliche aus der Ukraine durch. Die Kinder haben ihre Heimat und ihren „sicheren Hafen“ verloren. Sie haben keinen geschützten Raum mehr, den sie ihr Zuhause nennen können.
Sofort nach ihrer Ankunft in Köln stehen wir bereit: Wir spielen und basteln mit ihnen und bieten ihnen spielerisch Bewegungsmöglichkeiten. Es gibt Ausflüge durch die Stadt und die Natur oder andere erlebnisorientierte Aktivitäten. Ein Besuch im Tierpark oder einfach ein schöner Nachmittag mit einer Kindergruppe zaubert nicht nur ein Lächeln auf jedes Gesicht. Auch hilft es den Kindern und Jugendlichen dabei, ein Stück Normalität in ihrem Alltag zurückzuerlangen und neue Beziehungen aufzubauen. Das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit sowie eine professionelle pädagogische Betreuung sind in dieser Ausnahmesituation besonders wichtig.

Demokratische Werte und Kinderrechte

Der gemeinnützige Verein FAIR.STÄRKEN setzt sich für die Förderung demokratischer Werte, die Umsetzung der Kinderrechte und die Vision der Chancengleichheit ein.

Unsere Mission ist es, die ukrainischen Kinder und Jugendlichen so früh wie möglich zu erreichen, sie in unsere Gesellschaft aufzunehmen und sie dabei zu unterstützen ihre mentalen Wunden zu heilen.
Wir möchten den Kindern und auch ihren Eltern neue Hoffnung schenken, möchten schöne Erlebnisse schaffen und das Selbstbewusstsein der Kinder stärken.

Nur mit deiner Hilfe ist uns das möglich! Unterstütze unsere präventive, traumasensible Gruppenarbeit für geflüchtete Kinder und Jugendliche in Köln!

Wir bedanken uns schon jetzt für dein Engagement! Deinen Sinn für soziale Gerechtigkeit und deinen aktiven Beitrag zur Umsetzung der Kinderrechte in Deutschland!  💙💛
Unterstütze das Projekt über unsere Spendenseite oder ganz einfach über Betterplace


Grafik einer Weltkugel mit Figuren von Kindern die Drachen steigen lassen und der Aufschrift

Kinderrechte mit Leben füllen

KINDERRECHTE MIT LEBEN FÜLLEN

Kinderrechte? Da bin ich dafür! Wer würde das nicht sagen? Aber – Hand aufs Herz – wie viele von den 54 Kinderrechten kannst du tatsächlich benennen? Und wie werden diese in der Schule, im Stadtviertel oder auch zu Hause mit Leben gefüllt?

Kinder haben Rechte

Kinder zu befragen, sie zu informieren und mitentscheiden zu lassen: Das stellt viele Erwachsene vor eine Herausforderung. Sei es, weil der Alltag Schnelligkeit verlangt und keine großen Diskussionen zuzulassen scheint, sei es, weil Lehrkräfte schon so viele Vorgaben haben, dass kein Freiraum, geschweige denn noch Zeit für ausführliche Beteiligungsprozesse mit den Kindern bleiben. Sei es, weil die Erfahrungen fehlen, um die Interessen der Kinder in die (Stadt-) Politik systematisch einzubeziehen. Sei es, weil die Erwachsenen von heute selbst als Kinder gehört haben, was sie alles noch nicht verstehen oder entscheiden könnten. Alles verständlich – einerseits.

Und dennoch: Kinder haben verbindliche Rechte! Gerade weil sie fremdbestimmt sind, in besonderen Abhängigkeitsverhältnissen leben und besonderen Schutzes bedürfen, müssen Erwachsene ihre Rechte ernst nehmen.

Am 20. November feiern wir den Internationalen Tag der Kinderrechte

Wir möchten den internationalen Tag der Kinderrechte zum Anlass nehmen, um uns selbst als Verein sowie Euch die Frage stellen: Tun wir genug, um zuzuhören, um innezuhalten und – neben all den äußeren Zwängen, den eigenen Bedürfnissen und Pflichten – das Interesse des Kindes in den Fokus zu rücken? Beobachten wir, ob und wann es dem Kind gut geht, nehmen wir Rückmeldungen als Kritik auf, nehmen wir sie ernst und versuchen wir gemeinsam mit den Kindern Lösungen zu finden?

Wir empfehlen: Komm mit (deinen) Kindern ins Gespräch!
Gleichzeitig möchten wir dazu aufrufen, sich aktiv mit den einzelnen Rechten, der eigenen Haltung und dem alltäglichen Handeln auseinander zu setzen.
Denn: Kinder haben Rechte und es liegt auch an uns Erwachsenen, für ihre Verwirklichung einzustehen!

Die 10 wichtigsten Kinderrechte:

  • Kinderrechte Bildung
  • Gleichheit
  • Gesundheit
  • Spiel und Freizeit
  • Elterliche Fürsorge
  • Gewaltfreie Erziehung
  • Schutz im Krieg und auf der Flucht
  • Freie Meinungsäußerung und Beteiligung
  • Besondere Fürsorge und Förderung bei Behinderung
  • Schutz vor wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung

Du möchtest mehr erfahren?

  • Auf der Seite kinderrechte.de des Deutschen Kinderhilfswerks findet Ihr mehr Infos zu den Kinderrechten, ihrer Umsetzung sowie jede Menge Praxistipps und Methoden aus der Kinderrechtebildung.
  • Die Kinder-Internetseite kindersache.de richtet sich direkt an Kinder und bietet Kinderrechte in leichter Sprache sowie einen geschützten Raum, in dem sie sich informieren und ausprobieren können.
  • Kinderrechte für die Ohren – Hört doch mal in den Podcast familienpolitisch, zum Beispiel zum Thema “Kinderrechte ins Grundgesetz” rein.

Diesen Beitrag schrieb Laura Sahm, Kinderrechtsbeauftragte bei FAIR.STÄRKEN e.V.

 

Du möchtest uns unterstützen? Hier darf gespendet werden 🙂

oder folgt uns auf unseren Social-Media-Kanälen!


Mechthild Böll Fairstärken

Mechthild Böll über FAIR.STÄRKEN e.V. - Ein Interview

FAIR.STÄRKEN e.V. – Mitbegründerin Mechthild Böll im Interview

Mechthild Böll ist die Mitbegründerin und geschäftsführende Vorständin unseres Vereins FAIR.STÄRKEN e.V. in Köln, der sich für Chancengerechtigkeit und Kinderrechte einsetzt. In unserem Interview verrät sie, wie sie dazu kam, den Verein mitzugründen, woher ihr Engagement kommt und wie sie mit den Schicksalsschlägen vieler Kinder und Jugendlichen umgeht.

Stell dich uns doch mal kurz vor. Wer ist Mechthild Böll?

M. Böll: Gerne! Ich bin 57 Jahre alt, habe Geschichte und Volkswirtschaft studiert und denke auch so… 😊 Seit meine Söhne erwachsen sind, habe ich genug Zeit, um mit Herz und vollem Einsatz die Leitung von FAIR.STÄRKEN zu stemmen.
Was macht mich noch aus? Ich bin ein Familienmensch, lebe super gerne in Köln-Sülz und ich lebe sehr naturverbunden. Ich bin oft in der Eifel. Und weil ich es so wichtig finde, mich für Chancengleichheit von Kindern einzusetzen, arbeite ich auch im Kölner Rat in verschiedenen Fachausschüssen mit.

Woher kommt dein Interesse und vor allem das Engagement, dich aktiv für Kinder in Köln einzusetzen?

M. Böll: In den Kindern steckt die Zukunft. Meine Generation und die Generation davor sind in Deutschland überproportional stark vertreten und bestimmen die Richtung. Das reicht aber nicht. Die Jugend muss stark für ihre Anliegen eintreten können. Und deshalb ist es mein Wunsch, dass alle Kinder mit gleichen Chancen gesund und gut aufwachsen können. Weil aber viele Kinder sehr schwierige Rahmenbedingungen im Leben haben, brauchen sie gemeinsam mit ihren Familien Unterstützung. Daran arbeite ich mein gesamtes Leben – beruflich, privat und politisch.

Welche Philosophie vertritt FAIR.STÄRKEN e.V. und was bedeutet der Vereinsname?

M.Böll: FAIR.STÄRKEN möchte Fairness für die Lage von Kindern und Jugendlichen erreichen. Das heißt, wir stärken die Kinder und Jugendlichen in der Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Sie sollen glücklich und gesund aufwachsen, respektvoll und gewaltfrei ihrer Umwelt begegnen, die Vielfalt und Offenheit unserer Gesellschaft spüren und leben und mitbestimmen können. Fairness auf allen Ebenen…

Welche Ziele werden genau verfolgt?

M.Böll: Soziales Lernen, Gewaltprävention, Inklusion/Integration und Kinderschutz. Wir fördern die Kinder und Jugendlichen, die in schwierigen Lebenslagen aufwachsen, in ihrer persönlichen Entwicklung. Alle sollen trotz vieler Stolpersteine in ihrem Leben ein positives Bild von sich entwickeln, sich als wirksam empfinden, sich etwas zutrauen. In oft jahrelanger pädagogischer Arbeit erlangen sie soziale Kompetenzen und Handlungsstrategien, um respektvoll und gewaltfrei aufzutreten und sich sicher im sozialen Miteinander zu bewegen.

Treffen dich einzelne Schicksalsschläge besonders?

M.Böll: Das ist eine interessante Frage! Ich kann sie ganz eindeutig mit „Ja“ beantworten. Zum Beispiel, wenn Eltern krank sind und ihren Kindern nicht das geben können, was sie gerne geben würden – oder wenn Familien in ihren Heimatländern alles zurücklassen mussten, manchmal sogar Familienmitglieder, und mit diesem Schmerz leben müssen, dann geht mir das sehr nahe.
Ich habe meinen Job gewählt, weil ich glaube, an dieser Stelle Familien und Kindern mit harten Schicksalen am meisten Unterstützung und Empowerment geben zu können.

Welche besondere Rolle spielen die Pädagog:innen und Trainer:innen bei FAIR.STÄRKEN e.V.?

M.Böll: Sie sind das Herzstück des Vereins! Unsere Pädagoginnen und Pädagogen sowie unsere Trainer:innen geben alles, um die Kinder zu unterstützen, ihnen eine stabile, professionelle Beziehung anzubieten und mit ihnen Spaß zu haben. Sie begleiten in der Gruppenarbeit die Kinder oft mehrere Jahre und werden zu wichtigen Bezugspersonen. Ich bin sehr froh über unser wirklich gutes Team! Und dieses Engagement erstreckt sich auch über die Mitarbeiter:innen im Büro. Kindern Chancen geben – das Ziel macht uns stark.

Was wünschst du dir für die Zukunft des Vereins?

M.Böll: Ich wünsche mir für FAIR.STÄRKEN, dass unser Team noch diverser und multiprofessioneller wird. Die Vielfalt charakterisiert uns.
Ich wünsche mir, dass wir die von uns entwickelte und gut erprobte präventive Gruppenarbeit weiterhin durchführen können. Im Klartext: dass wir immer wieder genug Geld haben, um arbeiten zu können.
Und ich wünsche mir, dass nun endlich wieder eine engere Zusammenarbeit mit der Kölner Gesellschaft zustande kommt. Die Distanz in der Pandemie ging mir ganz schön auf die Nerven. Ich finde, im Austausch mit anderen Vereinen wird die Arbeit noch viel interessanter – und vielleicht auch noch besser.

 

Portrait Mechthild Böll

 

„DIE WELT BRAUCHT MÜNDIGE, KRITISCHE UND VOR ALLEM GLÜCKLICHE MENSCHEN.
KINDER UND JUGENDLICHE SIND MIR EINE HERZENSANGELEGENHEIT.“ – Mechthild Böll


Gemeinsam aufblühen - #BeetestattBeton

GEMEINSAM AUFBLÜHEN – #BEETESTATTBETON

Summende Bienen, farbenfrohe Blumenwiesen und der Geruch nach Gras und Erde: Das sind Sinneswahrnehmungen, die Du wahrscheinlich nicht direkt mit einer Großstadt in Verbindung bringst. Im Gegenteil, die Realität sieht meistens anders aus: Beton statt Beete, Grau statt Grün und Hupkonzerte statt Hummelbrummen. Kindern und Jugendlichen fehlen in der Stadt häufig wichtige Berührungspunkte mit dem Thema Natur- und Umweltschutz. Das wollen wir mit unserem Lern- und Erlebnisgarten ändern. Wir möchten: #BeeteStattBeton!!

Eine grüne Oase mitten in der Stadt

Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten Lebenslagen wollen wir eine grüne Oase mitten in der Kölner Innenstadt schaffen. Eine Terrasse von über 30qm steht uns hierbei zur Verfügung. Eine Vielzahl an Pflanzen und Kräutern sollen für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten neuen Lebensraum bieten. Gleichzeitig soll die begrünte Terrasse, ausgestattet mit Hochbeeten, Wurmkisten, Insektenhotels und vielem mehr, den Teilnehmenden die Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Naturkunde näherbringen. Die Kinder und Jugendlichen können abschalten, lernen Verantwortung zu übernehmen und kritisch zu denken. Sie werden in ihren praktischen Fähigkeiten gefördert und entwickeln ein Bewusstsein für Natur- und Umweltschutz.

Nachhaltigkeit erlernen und erleben

Betreut wird unsere Naturgruppe von zwei erfahrenen pädagogischen Mitarbeiter:innen, mit einer Zusatzausbildung im Bereich Erlebnispädagogik und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Wir brennen für das Thema Nachhaltigkeit und können es kaum erwarten, es an die Kinder und Jugendlichen weiterzugeben!

Um unser Projekt Realität werden zu lassen, benötigen wir sowohl Baumaterial als auch Erde, Pflanzen, Bewässerung und Co.
Du kannst uns dabei unterstützen, der Natur und den Kindern die Möglichkeit zu geben, aufzublühen und ein grüneres Köln zu gestalten!

 

Falls Sie nähere Informationen wünschen, kontaktieren Sie uns gerne.

FAIR.STÄRKEN e.V.
Hohenstaufenring 63
50674 Köln
Tel: 0221-588326-0
Mail: info@fairstaerken.de


Mit Knete das deutsche Alphabet lernen

Hände und Buchstaben – Mit Ursula Deutsch lernen

HÄNDE UND BUCHSTABEN – MIT URSULA DEUTSCH LERNEN

Ich möchte euch heute von meiner ersten Eltern-Kind Gruppe berichten. Die Gruppe fand in einem leerstehenden Hotel statt, das zu einer Einrichtung für geflüchtete Menschen umfunktioniert wurde – Menschen aus den verschiedensten Herkunftsländern.

Wieder Freude und Miteinander erleben

Auf den ersten Blick wirkte die Einrichtung nicht gerade sehr einladend. Direkt kamen mir erste Gedanken in den Sinn, wie aus diesem Ort, ein Ort der Freude und des Miteinanders werden könnte. Schon bald betraten die ersten Mütter gemeinsam mit ihren Kindern den Raum – neugierige Augen und leicht geschmähtes Lächeln. Durch ihre langjährige Fluchterfahrung waren sie es gewohnt, sich auf fremde Hilfe verlassen zu müssen. Viele von ihnen mussten fliehen, weil ihre Häuser oder Geschäfte in ihrer Heimat bombardiert worden waren.

Mit Knete Deutsch erlernen

Meine Kollegin und ich hatten uns für den ersten Tag überlegt, mit selbstgemachter Knete zu arbeiten. Sprache ist ja, wie wir alle wissen, ein wichtiges Mittel zur Kommunikation. Mit der Knete wollten wir daher versuchen, den Familien auf spielerische Art und Weise das Alphabet näherzubringen. Und genau da liegt auch schon die erste Herausforderung in unserer Arbeit. Nicht alle Erwachsenen aus den Unterkünften beherrschen unsere Sprache. Daher ist das Erlernen der deutschen Sprache ein wichtiger Schritt zur Integration.

Gemeinsam werden Buchstaben geformt

Wir verteilten die Knete und und einige Kärtchen mit Buchstaben unseres Alphabets auf dem Tisch. Die Kinder fingen an mit der Knete zu arbeiten, sie in ihren Händen zu spüren und sie zu formen. Schon bald wurden erste Figuren zum Leben erweckt. Einige Mütter wirkten zuerst noch schüchtern, und es schien so, als wäre diese für uns bekannte Aktivität befremdlich für sie. Andere Mütter, die in ihren Herkunftsländern bereits den Umgang mit „Bildung und Lernen“ erlebt hatten, begannen sofort gemeinsam mit ihren Kindern die Buchtstaben des Alphabets zu formen.

Es war eine Freude mit „Händen und Buchstaben“ die Arbeit mit den Familien zu beginnen, die noch lange andauernd sollte…

Text: Ursula de Miranda Fleming

Falls Sie nähere Informationen wünschen, kontaktieren Sie uns gerne.

FAIR.STÄRKEN e.V.
Hohenstaufenring 63
50674 Köln
Tel: 0221-588326-0
Mail: info@fairstaerken.de


Trainer für Soziales Lernen halten Urkunden in der Hand

FAIR.STÄRKEN-AKADEMIE - Zertifikate für neue Trainer:innen

FAIR.STÄRKEN-AKADEMIE – ERSTE TRAINER:INNEN ERHALTEN ZERTIFIKATE

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende und somit auch das erste Jahr der FAIR.STÄRKEN-Akademie. Im Februar 2019 öffnete die Akademie ihre Tore und bietet seitdem Fortbildungsangebote und Seminare für Kinder, Jugendliche, Eltern und Fachkräfte an.

Heute haben die ersten Fachkräfte ihre Zertifikate erhalten. Sie sind jetzt zertifizierte „Fair-Stärker – Trainer:in für Soziales Lernen“. Die Ausbildung umfasst 85 Ausbildungsstunden. Dies beinhaltet sowohl Seminare als auch verschiedene Hospitationen in Gruppenangeboten zum Sozialen Lernen. Den Abschluss bildet ein eigenes Praxisprojekt (20 Termine à 90 Minuten), das von den Teilnehmer:innen entworfen wird. „Die Fortbildung hat sehr viel Spaß gemacht. Ich konnte viele neue Dinge lernen, die ich in der praktischen Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen hervorragen einsetzen kann.“ so einer der zertifizierten Trainer.

Hast du auch Interesse, mehr über Themen wie Fairness, Demokratiebildung, Kinderrechte oder Medienpädagogik zu erfahren?

Dann könnte die Akademie mit ihren verschiedenen Angeboten genau das Richtige für dich sein.
Wir freuen uns im nächsten Jahr weitere Fachkräfte zu zertifizierten „Trainer:innen für Soziales Lernen“ auszubilden!

Falls du noch Fragen hast, kannst du uns gern kontaktieren:

FAIR.STÄRKEN e.V.
Hohenstaufenring 63
50674 Köln
Frauke Brod
Tel: 0221588 32621
frauke.brod@fairstaerken.de