FAIRSTÄRKEN

FAIR.STÄRKEN – Jugendtreff: Gemeinschaft, Austausch & Prävention

Dieser Blogeintrag entstand aus einem Interview mit Anne, unserer Koordinatorin für Soziales Lernen und Gewaltprävention, über den FAIR.STÄRKEN- Jugendtreff und den besonderen Termin im Programm „Meet a Jew“. Jeden Mittwochabend von 18 bis 20 Uhr treffen sich Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren in unserem offenen Jugendtreff. Hier stehen Begegnung, Austausch und gemeinsames Lernen im Vordergrund. Der Treff bietet einen sicheren Raum für Soziales Lernen, Prävention von Gewalt und Diskriminierung und spannende Erlebnisse.

Offene Jugendarbeit: Wie unsere Jugendgruppe entstand

Die Idee für unsere Jugendgruppe entstand aus den Anregungen der Jugendlichen selbst. Viele kannten bereits unsere Angebote für jüngere Altersgruppen, doch spätestens mit etwa 16 Jahren endeten diese. Der Wunsch nach einem eigenen Raum für ältere Jugendliche wuchs.

Jugendtreff mitten in Köln: Mehr als nur Freizeit

Unser Jugendtreff verbindet Struktur und Freiraum:

  • Gemeinsames Kochen und Abendessen
  • Pädagogisch begleitete Aktionen
  • Zeit für Gespräche, Spiele und Austausch

Einmal im Monat setzen wir zusätzlich ein besonderes Highlight, das über den normalen Treff hinausgeht. Ob Kletterpark, Bowling oder eine spannende Aktion, diese Erlebnisse stärken die Gemeinschaft.

Besonders wertvoll: Viele Jugendliche kommen einfach so vorbei, um die Gemeinschaft zu genießen.

Highlight im März „Meet a Jew“: Begegnung, Judentum und Antisemitismus

Ein besonderes Highlight im März war das Programm „Meet a Jew“. Drei junge jüdische besuchten unseren Treff und berichteten aus ihrer Perspektive über Judentum, Identität und Antisemitismus-Erfahrungen.

Zentrale Erkenntnis:
Jüdisch zu sein bedeutet nicht automatisch, religiös zu sein.
Es ist vor allem eine kulturelle und gesellschaftliche Zugehörigkeit, ähnlich wie bei anderen Gruppen von Menschen.

Im Gespräch wurde deutlich:

  • Begegnungen mit Menschen aus verschiedenen Religionen sind wichtig.
  • Vorurteile entstehen, wenn solche Begegnungen fehlen.
  • Im Judentum, wie bei allen Religionen, kann man einem Menschen seine Zugehörigkeit nicht unbedingt an äußeren Merkmalen ansehen.

Für die Jugendlichen war es ein echter Aha-Moment, die Vielfalt innerhalb einer Kultur zu verstehen und die eigenen Vorurteile zu hinterfragen.

Erfahrungen mit Diskriminierung: Realität im Alltag

Die Jugendlichen berichteten offen über eigene Erfahrungen mit antisemitischer Diskriminierung.

Ein Schlüsselmoment war das Thema Fotos: Die Gäste wollten nicht fotografiert werden, da sie Angst hatten, identifiziert zu werden und dadurch Nachteile oder Bedrohungen zu erfahren.

Dies machte deutlich:
Diskriminierung und Angst sind real und betreffen Menschen im Alltag.

So können Jugendliche aktiv gegen Rassismus und Antisemitismus vorgehen

Am Ende des Treffens wurde über Folgendes diskutiert: „Wie kann ich selbst aktiv werden gegen Diskriminierung und Rassismus?“

Gemeinsam mit den Gästen entwickelten die Jugendlichen konkrete Ideen:

  • Zivilcourage zeigen und den Mund aufmachen.
  • Betroffene unterstützen und Solidarität zeigen.
  • Diskriminierenden Aussagen widersprechen.
  • Im Ernstfall Hilfe holen oder die Polizei einschalten.

Auch Themen wie Sexismus und Alltagsdiskriminierung wurden angesprochen. Die Erkenntnis: Mut zu zeigen ist wichtig, aber Sicherheit steht immer an erster Stelle!

Offene Jugendarbeit stärkt Selbstvertrauen, Empathie und Verantwortung

Unsere offener FAIR.STÄRKEN – Jugendtreff schafft:

  • Räume für Begegnung und Vielfalt
  • Möglichkeiten für kritischen Dialog
  • Stärkung von Selbstvertrauen, Empathie und Verantwortung

Viele Jugendliche gehen mit dem Gefühl nach Hause:
„Ich kann etwas bewirken. Meine Stimme zählt.“

Dank an unser Team: Anne & Tom begleiten die Jugendgruppe

Ein besonderer Dank gilt Anne, Koordinatorin für Soziales Lernen und Gewaltprävention, die die Jugendgruppe leitet und begleitet und Tom, unserem Jugendgruppen-Trainer.

Vielen Dank auch an Anne für das offene und spannende Interview.